Subkult 2013 – wie war es denn?!

Am Wochenende 13.-15.09.2013 ging das Subkult Ilmenau in die vierte Runde. Über 80 Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren nutzen ihre Chance sich in diversen kostenlosen Workshops auszuprobieren und entdeckten dabei ungeahnte Talente. Die Bandbreite der Angebote war wieder sehr vielfältig und sprach sowohl körperlich Aktive als auch kreative Köpfe an. Wer künstlerisch experimentieren wollte, konnte die Workshops „Edding Street Art“ und „Graffiti“ besuchen. „Skateboard & BMX“ und „Parkour“ wurden im Freien durchgeführt und brachten Passanten zum Staunen. Zu den Takten der richtigen Beats konnten sich die Teilnehmer in den Bereichen „HipHop“ und „Breakdance“ ausprobieren. Angeleitet wurden die Workshops von erfahrenen Künstlern.

Ein Höhepunkt des Subkult-Wochenendes war wieder das alljährliche Breakdance-Battle, ein Tanzwettkampf, welcher in der Turnhalle der Goetheschule stattfand. Über 250 Besucher fanden den Weg zu dieser Abschlussveranstaltung. Nach einer Vorstellung der einzelnen Workshops und deren Ergebnisse konnten die Zuschauer die akrobatischen und teilweise sehr ausgefallenen Tanzeinlagen weitgereister B-Boys und B-Girls bestaunen. Eine professionelle Jury bewertete die „Battles“ und kürte die Sieger in den Kategorien Junior (bis 12 Jahre), B-Boy und B-Girl.

Seit vier Jahren hat sich Subkult zu einer Plattform entwickelt, welche interessensgleiche Kinder und Jugendliche zusammenführt und Interessierten die Chance gibt, Neues kennen zu lernen. Das Projekt Subkult hat sich ursprünglich aus der Jugendkultur HipHop entwickelt, möchte aber durch die Erweiterung der Angebote zeigen, dass es wichtig ist über den Tellerrand zu schauen.

Subkult ist ein Projekt, dass nicht nur Vorurteile der einzelnen Szenen untereinander abbaut, sondern die Kreativität der einzelnen Subkulturen nutzt, um gegenseitige Toleranz, Akzeptanz und sogar allgemeines Interesse zu wecken und Jugendliche zur gemeinsamen, friedlichen und kreativen Freizeitgestaltung anzuregen.

Ziel von Subkult ist es nachhaltig die Demokratie- und Toleranzentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und somit das Fundament zu festigen, um rechtsextremistischen Akteuren und deren Gedankengut mit gesundem Menschenverstand entgegenzutreten. Toleranz ist eine wichtige Vorbedingung einer friedlichen, theoretischen Auseinandersetzung konkurrierender Wahrheitsansprüche. Sie muss erlernt und erlebt werden, um sie zu verstehen und ihre Bedeutung zu erkennen.

Am Subkultwochenende selbst fanden sieben kostenfreie offene Workshops für interessierte Kinder und Jugendliche statt. Dabei konnten die Teilnehmer zwischen Skateboard/BMX, Parkour, Graffiti, Edding Streetstyle, HipHop Streetdance und Breakdance für Girls und Boys wählen. 85 Kinder und Jugendliche nutzen dieses Angebot und meldeten sich für Workshops an. Nur der Workshop Poetry Slam wurde nicht nachgefragt und deswegen kurzfristig abgesagt. Das Risiko eine Workshopleiterin extra aus Leipzig anreisen zu lassen und auf spontane Teilnehmer zu hoffen, erschien uns zu groß. Die Workshops wurden Freitag und Samstag durchgeführt. Als Veranstaltungsorte wurden wieder lokale Jugendeinrichtungen eingebunden.

Im Anschluss an die Workshops fand am Samstagnachmittag wieder die Abschlussveranstaltung in der Turnhalle der Goethe-Schule Ilmenau (Haus 2) statt. Mehr als 250 Gäste verfolgten die Präsentation der Workshopergebnisse und waren begeistert von den Resultaten. Die Graffiti-Künstler präsentierten unter anderem eine neue 7m lange Holzwand mit SUBKULT-Logo, die Edding-Künstler zeigten ihre Kunstwerke und Parkour-Teilnehmer sprangen spektakulär über aufgebaute Hindernisse. Da Skateboard und BMX auf dem Hallenboden nicht präsentieren konnten, zeigten die Workshopleiter „Trockenübungen“ zum Koordinationstraining und vermittelten so einen guten Eindruck der Workshopinhalte. Die Teilnehmer der Tanzworkshops tanzten erlernte Choreografien.

Natürlich warteten die Gäste auch auf den Höhepunkt des Wochenendes, das alljährliche Breakdance-Battle. Besonders erfreulich war die wachsende Anzahl der Teilnehmer beim sogenannten Junior Battle (bis 12 Jahre). Insgesamt traten 26 Tänzer in drei Kategorien gegeneinander an. In mehreren Ausscheidungsrunden wurden durch eine renommierte Jury die jeweiligen Sieger unter großem Applaus der Zuschauer ermittelt.

Als besonders wichtig empfanden wir wieder die Einbindung möglichst vieler lokaler Jugendeinrichtungen und die Nutzung ihrer Räumlichkeiten für die Durchführung unserer Workshops. Dadurch konnten wir die Erfahrung der ansässigen Sozialarbeiter nutzen und die Workshops über dem gesamten Stadtgebiet verteilt anbieten.

In der Öffentlichkeit wird im Wesentlichen nur das Aktionswochenende wahrgenommen, aber eine große Errungenschaft der vergangenen Jahre ist noch eine ganz andere.

Mit Subkult hat sich eine offene Plattform entwickelt, auf der sich kreative Jugendliche über das gesamte Jahr hinweg austauschen. In regelmäßigen Treffen werden Veranstaltungen geplant und aktuelle Themen diskutiert. In diesen Treffen zeigt sich, wie nachhaltig Subkult wirkt. Viele kleinere Projekte konnten unabhängig von den Aktionstagen auf diese Weise angeschoben werden. Ein Subkult-Song wurde geschrieben, ein Video gedreht, ein Sommerfest organisiert.

Ein Subkult-Streetteam plant kleine Auftritte z.B. in Schulen, zu Tagen der offenen Tür oder anlässlich von Projekttagen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Subkult fördert die Entwicklung von Toleranz und Demokratie
  • Subkult lässt Kinder und Jugendliche praktisch erfahren, wie Vielfalt und Weltoffenheit das Leben bereichern
  • Subkult fördert Kreativität und zeigt Betätigungsfelder für sinnvolle Freizeitgestaltung auf
  • Subkult wirkt nachhaltig, stärkt das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für die Werte der Demokratie und nimmt auf diesem Weg den Nährboden für rechtsextremes Gedankengut

Strom & Wasser feat. The Refugges live in der Arnstädter Bachkirche

Am Abend des 23. Septembers fand in der Bachkirche in Arnstadt ein Konzert der besonderen Art statt.

Heinz Ratz (ausgezeichnet mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung (2012) hat seine Band Strom & Wasser durch ein featuring The Refugees erweitert, sprich: er bietet Flüchtlingen eine Bühne. Trotz des ernsten politischen Hintergrunds zelebriert die Band auf der Bühne eine fulminante musikalische Mischung aus lebensfrohen Dub, Reggae, Hiphop und Balkanbeat-Nummern.

Dieses Konzert in der Bachkirche in Arnstadt, ein Besuch der Musiker in Arnstädter Schulen und der Kontakt zu den Flüchtlingen in Arnstadt sollte dazu beitragen, dass rassistische und fremdenfeindliche Haltungen abgebaut und Menschen nicht nach der Zufälligkeit Ihres Geburtsortes beurteilt werden.

Folgend ein paar Zeilen aus einer Infomail der Projektleitung sowie ein visueller Eindruck des Abends (bitte Link folgen):

ZEICHEN SETZEN

im Sinne einer gelebten Willkommenskultur gegenüber all jenen, die hier bei uns in Arnstadt und im Ilmkreis aus aller Welt gestrandet sind, war unsere Absicht.

Eine mitreißendes Konzert, das die wenigsten auf den Bänken ließ, war das Resultat.

Wir danken Heinz Ratz und seiner Band aus immigrierten und deutschen Musikern mit einem Rückblick auf ein außerordentliches Konzert:

http://jankobel.avidesign.de/web/jankobel/galerie/arnstadt130923/index.html

Jan Kobel und Judith Rüber mit refugio Arnstadt und der Offenen Interkulturellen Werkstatt

 Dieses Projekt wurde im Rahmen des Lokalen Aktionsplans des Ilm-Kreises gefördert.