Vielfalt tat gut – Thüringer Allgemeine vom 24.08.2010

Vielfalt tat gut

 
Kinder spielen Fußball, versuchen sich als Zirkusartist oder Holzhandwerker, plantschen am Wasserspielmobil, reiten, basteln, hüpfen oder klettern. Eine Vielfalt, die nicht nur abwechslungsreich ist, sondern gut tut. So auch das Motto des diesjährigen Kinderfestes im Arnstädter Schlossgarten.
 
Arnstadt. Timon kommt aus Ilmenau und ist sieben Jahre alt. Er versucht, ein Stück Holz mit dem Hobel zu bearbeiten. Fünf Minuten später sitzt sein Papa auf dem Platz und kommt ebenfalls ganz schön ins Schwitzen, was sicherlich nicht nur an den hohen Temperaturen liegt. Da verschafft das Wasserspielmobil Abkühlung. Geradezu magisch zieht das kühle Nass die Jungen und Mädchen an. “Achtung, Wasser Marsch”, ruft Tobias, als er einen Eimer Wasser in das Becken schüttet. An anderer Stelle werden die Wasserräder betrieben oder die eingebauten Dämme gelöst. Obwohl sie sich nicht kennen, spielen die Kinder miteinander – ganz unkompliziert.

“So soll es sein”, meint Anja Blaschke, Koordinatorin für den Lokalen Aktionsplan Ilmkreis. Gemeinsam mit verschiedenen Projektträgern, die ihre Arbeit präsentieren, organisiert sie im Rahmen des Bundesprogramms “Vielfalt tut gut” dieses Fest. Mit einem afrikanischen Trommel- und Tanzprojekt stimmt der offene Kinder- und Jugendtreff des Arnstädter Marienstifts ein. Conny Steger leitet die talentierte Truppe. Noch in diesem Jahr werden sie einen musikalischen Kurzfilm mit dem Titel “Rhythm of International” produzieren. Gefördert wird auch dieses Projekt vom Lokalen Aktionsplan. Ebenso das von Jutta Ewald und der Ilmenauer Theatergruppe Regenbogen. “Momente des Lebens” heißt ihre Performance. Den richtigen Rhythmus geben schließlich die Trommler des Kultur- und Begegnungszentrums Ilmenau vor, ehe es mit Breakdance und der Liveband “The sexy cool cools” weiter geht.

Die Gunst der Stunde nutzen auch die Verantwortlichen des Aktionsbündnisses Ilmkreis für Demokratie und Vielfalt – gegen Rechtsextremismus und Gewalt. Hannelore Nastoll, Mitglied im Sozial- und Gleichstellungsausschuss im Ilmenauer Stadtrat, wirbt für deren Anliegen. Es braucht Menschen mit Zivilcourage, ist sie der festen Überzeugung. Sie lehnt rechtsextremistische Einstellungen ab, wie auch Ute Bach, die sich privat im Bündnis engagiert. Andere sich gründende oder bestehende zivilgesellschaftliche Aktionen und Gruppen zu unterstützen oder zu koordinieren, gehört zu ihren Aufgaben. Allen von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffenen und bedrohten Menschen zu helfen, steht ebenfalls auf ihrer Agenda. Auch am Samstag stellen sich Anja Blaschke und ihre Kollegen der Aufgabe, auf die drohende Gefahr von rechts aufmerksam zu machen.

Spiel, Spaß und Bewegung kostenlos – aber nicht für umsonst. Das Fest im Arnstädter Schlossgarten bringt alle Generationen zusammen. Die einen lauschen der Musik oder verfolgen aufmerksam die Darbietungen der Künstler, die anderen probieren die vielfältigen Angebote persönlich aus. Ein Fazit der Verantwortlichen: Wo Kinder Kontakte knüpfen, entstehen Chancen für ein besseres Miteinander.

von Henry Buchberger