Freies Wort vom 05.09.2011- Ilmenauer „Battle“ in der Turnhalle

Ilmenauer „Battle“ in der Turnhalle

Das Projekt „Subkult Ilmenau“ übte am Wochenende tolerantes Miteinander der Subkulturen aus ganz Deutschland.

Ilmenau – Sie sind ganz normale Jungs und Mädchen. Sie kamen aus Ilmenau, Leipzig Köln und Österreich. Ihre Leidenschaft ist der Breakdance. Wenn sie dann auf der Tanzfläche stehen, nennen sie sich allerdings B-Girls (gesprochen Bie-Girls) und B-Boys und auf der Tanzfläche findet ein „Battle“ statt.

So am vergangenen Samstagnachmittag in der Turnhalle der Goethe-Schule. Zehn Mädchen und Jungen nahmen am „Junior Battle“ für Kinder bis 13 Jahre, weitere 20 am normalen „Battle“ teil, der für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahre offen ist.

„Dieser Wettbewerb im Breakdance ist Bestandteil des Subkult-Projektes Ilmenau“, so Frank Jockschies vom Lokalen Aktionsplan Ilm-Kreis. „Dieses Projekt soll den Teilnehmern Möglichkeiten aufzeigen, sich einzubringen, Talente zu entdecken, kreativ zu sein, aber auch auf Probleme aufmerksam zu machen und somit ein entsprechendes Sprachrohr zu bieten. Augenmerk liegt hierbei auf Kunst-, Kultur- und Erlebnispädagogik in Form von Musik, Tanz, kulturelle Inspirationen, kulturelle Integration, soziale Kontakte und Bewegung.“

Das Projekt kam an, wie auch die gut besuchte Turnhalle während des Breakdances zeigte. Unter den jungen Leuten auf dem Fußboden der Turnhalle auch die 20-jährige Luise Weinrich. Die Medizinstudentin macht seit fünf Jahren Breakdance und ist mit einer eigenen Breakdance-Crew in ihre ehemalige Heimatstadt gekommen.

„Wir haben inzwischen einen guten Ruf“, erklärte auch Anja Blaschke vom Lokalen Aktionsplan Ilm-Kreis für das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Nicht nur an diesem Wochenende, aber hier natürlich besonders, soll in ganz verschiedenen Aktionen wie Workshops, Diskussionsrunden und einem Fotomarathon gezeigt werden, wie vielfältig auch in Ilmenau und im Ilm-Kreis die jugendlichen Subkulturen sind.“

Neben Breakdance und Streetdance, Graffiti und Bandworkshop fand auch ein Fotomarathon statt, bei dem die Teilnehmer in 24 Stunden 24 Bilder zu 24 vorgegeben Themen schießen müssen. Die Themen-Palette reicht dabei von „krass“, Vielfalt und Träume über Lust und Stress bis „täuschend echt“ und Street Art.

„Ziel ist es“, so Anja Blaschke, „vor allem Kinder und Jugendliche für ein tolerantes, vielfältiges und demokratisches Miteinander zu begeistern und gleichzeitig gegen extremistische Verführungen stark zu machen.“

von Gerd Dolge
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