Thüringer Allgemeine vom 06.09.2011- Wettstreit der Tanzakrobaten zum Subkulturenfest in Ilmenau

Wettstreit der Tanzakrobaten zum Subkulturenfest in Ilmenau
DJ „Witsch“ ließ am Samstagnachmittag in der Turnhalle der Goetheschule in Stadtmitte die schwarzen Scheiben kreisen. Da hämmerte der Beat auf die Ohren und schon beim Aufwärmen der Breakdance-Jungs und -Mädchen auf dem Parkett schäumte die Stimmung auf und die Bewunderung für die Kunststückchen machte sich im Beifall Luft.
Ilmenau. „Subkult in Ilmenau“ hat als Fest der Subkultur mit fast einem Dutzend Workshops für Anfänger, kreuz und quer in der Stadt verteilt, bereits Tradition.
Subkultur ist nur die andere Seite der allüblichen Kultur und keineswegs etwas, worüber man die Nase rümpfen müsste. Viel Mühe, Ehrgeiz und Freude an der Sache sind notwendig, wenn man es in den einzelnen Kategorien wie Breakdance, Beatbox, Hip-Hop-Tanz, Fotomarathon oder Graffiti zur Meisterschaft bringen will, wie es die
Workshopleiter ihren Teilnehmern vormachten. Dass es bei der Darstellung und Pflege der Subkulturen um gegenseitige Anerkennung und Toleranz geht, wurde in einer Diskussionsrunde deutlich. Beim unausgeschriebenen Wettbewerb, wer der Beste und Coolste in der vielgestaltigen Szene sei, komme man nur mit gegenseitiger Achtung und Akzeptanz des anderen gut miteinander aus. Mit dem Subkult-Projekt des Ilmkreises im Rahmen der bundesweiten und vom Familienministerium geförderten Aktion „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ sollen den Jugendlichen Möglichkeiten aufgezeigt werden, ihre eigenen Talente zu erkennen, sie auszuprägen und kreativ zu sein, sagte Organisator Frank Jockschies.
Es gehe um das Ansprechen von Problemen, die Jugendliche heutzutage bewegen, um Kreativität, Inspiration und kulturelle Integration, die das Leben in der Gesellschaft bunter machen können. Wie bunt und turbulent das subkulturelle Leben sein kann, war dann zum
Abschluss-Battle in der Turnhalle mitzuerleben. „Battle“ ist die Bezeichnung für eine Breakdance-Vorführung, bei der Tänzer ihre akrobatischhalsbrecherischen Tanzfiguren auf kleiner Fläche zeigen. Erstmals durften auch Kinder bis 13 Jahre beim Junior-Wettstreit mitmachen.
Insgesamt 30 Teilnehmer zeigten ihr Können vor vielen begeisterten Zuschauern, die vermutlich große Lust zum Mitmachen bekamen.
von Karl-Heinz Veit