Für ein wertschätzendes Miteinander – Projektwoche an der Großbreitenbacher Regelschule – Thüringer Allgemeine vom 15. September 2009

Für ein wertschätzendes Miteinander – Projektwoche an der Großbreitenbacher Regelschule: Ergebnisse großem Publikum in einem Bühnenprogramm präsentiert
 
Schule und Lernen einmal anders als nur im Klassenraum sitzend zuzuhören, zu antworten, vorzutragen und darauf zu warten, was die Lehrerin oder der Lehrer sagen und zensieren, erlebten die Großbreitenbacher Regelschüler im Laufe ihrer Projektwoche.
 
GROSSBREITENBACH. Diese wurde gemeinsam mit der evangelischen Kirchgemeinde und dem Aktionsbündnis „Vielfalt tut gut“ gestaltet. Wie bereits vor einem Jahr in ähnlicher Aktion, waren auch diesmal neun „Macher“ der „Gemeinschaft für Christus“ mit ihrem Bus aus dem süddeutschen Raum angereist, um mit den Kindern und Jugendlichen in Workshoparbeit während der Unterrichtszeit und bei Begegnungen am Abend das Thema „Gegen Feindseligkeiten − für ein wertschätzendes Miteinander“ auf vielfältige Weise zu bearbeiten. „The Buzz“ − ein extra als Versammlungsort auf vier Rädern umgebauter Bus − diente als Ideen- und Aktionszentrum, wo sich die Gruppen trafen, ihre Aufgaben bekamen, darüber sprachen, um sie dann in angeleiteter Workshoparbeit zu erfüllen. Im Mittelpunkt aller Aktionen und Betätigungsfelder stand das allgegenwärtige „Wort“ als Kommunikationsmittel, mit dem Gutes, wie Böses bewirkt werden kann. Sensibler und verantwortlicher Umgang mit Worten, wie sie Menschen in ihrem Miteinander gebrauchen, das vor allem sollte gelernt, erlebt und durch Aktionen − es wurde gesprochen, getanzt, gesungen, getrommelt und Theater gespielt − empfunden werden. In der voll besetzten Turnhalle am Freitagabend wurde die gute Ernte einer Woche Arbeit eingebracht und als Bühnenprogramm vorgestellt. Die Schüler waren dabei sowohl die Agierenden, wenn sie ihren Auftritt hatten, und gleichzeitig Zuschauer. Worte vermitteln Werte. Dass diese Werte ambivalent sind und in der Geschichte der Menschheit großes Unheil anrichten, aber solches auch verhindern können, dass Worte Gewalt provozieren und anfachen, aber auch die unbändige Kraft der Gewaltlosigkeit mobilisieren, die Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit bringen kann, stellten die Schüler des Workshops „Zeitgeschichte“ mit Pfarrer Fred Klemm in Wort- und Bilddokumenten eindrucksvoll dar. Dem Prinzip Fasslichkeit für Schüler Rechnung tragend, war die recht vereinfachte Darstellung komplexer und komplizierter Geschichtsereignisse im vergangenen 20. Jahrhundert geschuldet. Aber auch dadurch wurden die anwesenden älteren Zeitzeugen vermutlich angeregt, über ihr eigenes Geschichtsbild neu nachzudenken und mit der Jugend ins Gespräch zu kommen.
Von der Projektwoche − und das war das wichtigste Ergebnis − ging der spürbar starke Impuls aus, dass es sich lohnt, über die Welt und den Platz des Einzelnen in dieser, intensiver nachzudenken.
 
Karl-Heinz VEIT
 
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GEGEN GEWALT: Am Freitagabend stellten die Großbreitenbacher Regelschüler ihre
in Workshops erarbeiteten Ergebnisse als Bühnenprogramm vor

„Vielfalt tut gut“ − Fest am Samstag – Thüringer Allgemeine vom 21. August 2009

„Vielfalt tut gut“ − Fest am Samstag
 
„Mit dem Fest „Vielfalt tut gut“, welches am Samstag, dem 22. August, ab 14 Uhr in Ilmenauer Stadtpark stattfindet, will der Ilmkreis ein Zeichen setzen für Vielfalt und Toleranz sowie gegen Rechts. ILMENAU.
 
Der Schirmherr des Fests, Landrat Dr. Benno Kaufhold, wird um 14 Uhr das bunte fest eröffnen. Die Kindervilla Stadtilm präsentiert um 14.15 Uhr das Kindertheaterstück „Flieg’ mit mir über das bunte Europa“, um 15.30 Uhr hat die Liedermacherband „Kalter Kaffee“ aus Erfurt ihren Auftritt. 17 Uhr werden mit „Rap aus A-Town“ und Hip-Hop-Texten die Ergebnisse eines Integrativen Projektes vom Kinder- und Jugendtreff Marienstift Arnstadt präsentiert. Die Funky Athletics begeistern um 17.15 Uhr und das Mehrgenerationenhaus Ilmenau hat mit seinem Theaterstück „Ich bin anders − warum?“ um 17.30 Uhr seinen Auftritt. Die Ilmenauer Band „Sam Jessin“ tritt um 18.30 Uhr auf und die Ergebnisse des Trommelworkshops vom Kinder- und Jugendtreff des Marienstifts werden 19.15 Uhr präsentiert. Die Band „The Awesome Soundsystem“ aus Weimar beschließt mit ihrem Auftritt von 19.30 bis 21 Uhr das Fest.
Den ganzen Nachmittag gibt es einen Info-Stand zum lokalen Aktionsplan Ilmkreis sowie Info-Stände zu Projekten des Lokalen Aktionsplan Ilm-Kreis (Goethe-Gymnasium Ilmenau, VSS e.V., Arbeit & Leben Thüringen, Sportjugend Ilm-Kreis e.V., Evang. Kirchgemeinde Großbreitenbach, Regenbogen e.V., SFZ gGmbH, Kreisjugendring Ilm- Kreis e.V. mit verschiedenen Kleinprojekten).
Außerdem sorgen für Unterhaltung: Pferdereiten, Wasserspielmobil,·Kinderzirkuszelt „Zappelini“ aus Nordhausen mit Stelzenlaufen, Einradfahren, Jonglage, Akrobatik, Trommelworkshop durch den Marienstift Arnstadt, Street-Soccer-Turnier, Sprayer-Workshop durch das Jugendhaus Schatoh, Button-Bau-Ecke mit Alerta e.V. Ilmenau und Arbeit & Leben Thüringen e.V., Kinderschminken- mit SchülerInnen der Regelschule „Geschwister Scholl“ Ilmenau, Holzschiffe bauen mit der Kreativwerkstatt Ilmenau e. V., Bastelangebote vom Offenen Kinder- und Jugendtreff Marienstift in Ilmenau, Orientalisches Tanz-Workshop-Zelt mit Frau Sabine Vana, verschiedene Info-Stände z.B. von Stura der TUIlmenau und vom ISWI e.V. Ilmenau.
Bei so vielen Angeboten ist natürlich auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, unter anderem mit einem orientalischen und asiatischen Buffet. Außerdem gibt es Eis, Kuchen und Gegrilltes.

Arnstädter Musikprojekt – Thüringer Allgemeine vom 02. Juli 2009

Arnstädter Musikprojekt – Kinder und Jugendliche rappen selbst geschriebene Songs über verschiedene Themen ihres Alltags
 
„Rap in A-Town“, lautet der Name des musikalischen Projektes im „Offenen Kinder- und Jugendtreff“ des Marienstifts in Arnstadt.
 
ARNSTADT (ff). „Wir wollen musikalisches Interesse wecken und soziale Fähigkeiten Jugendlicher fördern“, so beschreibt Andreas Reuter, Gründer und Mitglied der Arnstädter Gruppe „Rap in Front“ (RIF), die Ziele des Projektes des Offenen Jugendtreffs. Seit April 2009 betreut er das Projekt, das über das bundesweite Programm „Vielfalt tut gut“ gefördert wird. Ungefähr 15 bis 20 Jugendliche nehmen daran teil. Die letzten drei bis vier Wochen haben sie, unterteilt in fünf Gruppen, eigene Liedtexte verfasst, deren Inhalte − von Jugendkriminalität über Perspektivlosigkeit bis hin zum Schulalltag − breit gefächert sind. Im „Offenen Kinder- und Jugendtreff“ des Marienstifts erhalten Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren einmal in der Woche die Möglichkeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Unter ihnen sind auch vier Mitglieder der Gruppe „SFR“, was soviel bedeutet wie „SinnFreiheit Records“. Sie haben bereits im letzten Jahr eine eigene CD aufgenommen. Am 22. August werden ihre Bemühungen dann auch belohnt, denn sie treten voraussichtlich zum „Sommerfest“ in Ilmenau auf, bei dem alle Projekte der Initiative „Vielfalt tut gut“ vorgestellt werden.
Auch Jugendliche aus der Jugendstrafanstalt in Ichtershausen sind bald Teil dieses Programmes. Ende August soll es dann eine eigene CD aller Gruppen des „Offenen Kinder- und Jugendtreffs“ geben. Ein gemeinsamer Auftritt ist ebenfalls in Planung. „Wir haben nicht vor, das Projekt danach gänzlich fallen zu lassen“, erklärte der BWL-Student Andreas Reuter und stellte somit die Weiterführung des Projektes in Aussicht.
 
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KREATIV: Die Jugendlichen Joschua Anton Seeber, Erik Wecke, David Steinbrück und Matthias Brüggemann schreiben mit ihrem Betreuer Andreas Reuter Songtexte.