Demokratie stärken – Freies Wort vom 28. August 2008

Demokratie stärken

Parkfest Mit aktiver Jugendarbeit Zeichen gegen Rassissmus setzen

Von Marina Hube

 
Arnstadt – „Vielfalt tut gut“ – Es ist der lokale Aktionsplan im Ilmkreis, mit dem die Jugend für die Vielfalt des Lebens, für Toleranz und Demokratie ge­wonnen werden soll. Es ist ein Programm, das in Förderung des Bundes steht und der Ilm­kreis dafür seit September 2007 Zuschüsse erhält. Seitdem wird in etwa 40 Unterprojekten ge­arbeitet, von denen sich zwölf am kommenden Samstag in Arnstadt zum Parkfest vorstel­len wollen.
 
Es ist das erste Parkfest seiner Art mit dem Ziel, ein Zeichen zu setzen. „Einmal im Jahr wol­len wir eine große öffentlich­keitswirksame Veranstaltung organisieren, bei der die Träger über „Vielfalt tut gut“ ihre Pro­jekte präsentieren können“, sagt Anja Blaschke, die die Ko­ordinierungsstelle am Marien­stift Arnstadt leitet. Insgesamt
gibt es etwa 25 Projektträger im Ilmkreis.
 
„Wir wollen die Aktivitäten im ländlichen Raum streuen“, sagt Blaschke weiter. Es gibt drei Kindereinrichtungen im Umland, die Angebote im Rah­men dieses lokalen Aktionspla­nes haben. In Marlishausen, Langewiesen und Geraberg wird über die interkulturelle Bildung Afrika in den Mittel­punkt des Alltags gerückt. Wis­sen, wie Kinder dort wohnen und leben, welche Traditionen es gibt und was sie essen, weckt das Interesse der Ilmkreis-Kin­der. Sie können ihre Lebenswel­ten mit denen der Kinder aus Afrika vergleichen und Ge­meinsames aber auch Unter­schiede feststellen.
 
Kindergärten sind gut in den Aktionsplan einzubeziehen, sieht Blaschke jedoch häufig fehlendes Engagement von Lehrern. Es sei an Schulen schwierig, sich mit Ideen einzu­bringen. Dies bedeutet für Leh­rer, dass zusätzliche Projekttage den vorgesehenen Zeitplan der Abarbeitung der Lehrpläne sprengen. Dennoch gebe es auch engagierte Lehrer, die es möglich machen, die Vielfalt, Toleranz, das Thema Demokra­tie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und An­tisemitismus in den Unterricht im Rahmen dieses lokalen Akti­onsplanes einzubauen.
Auf drei Jahre ist das Bundes­programm angelegt, wobei die Zuschüsse jeweils für ein Jahr bewilligt und dann neu bean­tragt werden müssen. 100000 Euro bekommt der Ilmkreis pro Jahr.
 
Wenn am 30. August im Schlosspark in Arnstadt das Parkfest um 13 Uhr durch Landrat Benno Kaufhold eröff­net wird, dann werden zwölf Projekte vorgestellt, die unter anderem auch Aufklärungsar­beit leisten wollen. Mit Blick
auf das Wahljahr 2009 sei dies dringend erforderlich, schätzt Anja Blaschke ein. Es werden sich ein Mitmachzirkus präsen­tieren, es gibt ein Bühnenpro­gramm und Street-Soccer kön­nen aktiv werden, ein Wasser­spielmobil wird aufgebaut und natürlich darf die Bastelstraße nicht fehlen. Mit einem orien­talischen Buffet wird eine etwas andere Esskultur nach Arnstadt geholt.
 
Jeder Interessierte, der sich als Privatperson in eines der bisher 40 Unterprojekte ein­bringen will, kann dies tun, braucht nur auf Ansprechpart­ner der Gruppen zugehen. Wer ganz und gar ein neues Projekt ins Leben rufen will, der braucht einen Projektträger und kann sich an die Koordi­nierungsstelle „Vielfalt tut gut“ beim Marienstift Arnstadt an Anja Blaschke wenden, Wach­senburgallee 12 in 99310 Arn­stadt, Tel.: (03628) 720225.