Jugendprojekt Wasserspiel und Jugendtheater – Freies Wort vom 24.08.2009

Jugendprojekt
Wasserspiel und Jugendtheater
 
Das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ präsentiert sich in Ilmenau
 
Von Uwe Appelfeller
 
Ilmenau – Auf der Bühne im Ilmenauer Stadtpark sorgt das Erfurter Liedermacherduo „Kalter Kaffee“ für Stimmung. „Kein Sex mit Nazis“ ist einer ihrer Songs. Der Spruch wird auch auf Anstecknadeln an verschiedenen Infoständen verteilt und passt zum friedlich-kunterbunten Treiben hinter der Festhalle.
 
Der Slogan „Vielfalt tut gut“ ist nicht nur Name des Programms, das im Ilmkreis mit 100 000 Euro gefördert wird und junge Menschen für Toleranz und Demokratie sensibilisieren soll. Die Vielfalt spiegelt sich auch in den knapp 40 Projekten wieder, deren Träger ihre Infoständen aufgebaut haben.
 
Sozialpädagogin Jacky Georgius von der Goetheschule zeigt auf einer großen Luftbildaufnahme von Ilmenau, wo in den vergangenen Jahren Stolpersteine in der Stadt gesetzt wurden. Dabei können Jugendliche auch Hintergründe über das Leben, die Verfolgung und Ermordung der Menschen erfahren, denen die Stolpersteine gewidmet sind.
 
Einige Projektnamen klingen etwas sperrig, wie zum Beispiel „Interkulturelle Begegnungen im Elementarbereich“ oder „Multiplikatorenschulungen“. Doch die Kinder und Jugendlichen stört das nicht: Sie können unter Anleitung mit Farbe sprayen, Einrad fahren, basteln, orientalisch tanzen oder sich im Kistenstapeln versuchen. Oder dem vielfältigen Bühnenprogramm zusehen.
 
Dort gibt es Theaterstücke der Kindervilla Stadtilm und des Mehrgenerationenhauses Ilmenau. Und viel Livemusik: „Rap aus A-Town“ etwa, ein Hip-Hop-Projekt des Marienstifts; Das Trio Lisa, Rosi und Bretti; „Sam Jessin“ aus Ilmenau und „The Awesome Soundsystem“ aus Weimar. Auch die Breakdancer „Funky Athletics“ und ein Trommelworkshop des Marienstifts präsentieren sich.
 
Am beliebtesten ist aber das Wasserspielmobil des Meininger Designers Sven Magnus. „Die Kinder sollen einfach nur spielen“, erklärt er seine Mission weitgehend unpolitisch. Allerdings: „Hätte die NPD angefragt, ob ich das Mobil aufbaue, dann hätte ich abgelehnt.“