Mutmacher im Stadtpark – Thüringer Allgemeine vom 24.08.2009

Mutmacher im Stadtpark
 
Unter dem Motto Vielfalt tut gut präsentierten sich ein Dutzend Projekte
Ein jedes für sich hätte Beachtung, Respekt, Vertiefung verdient. In der Zusammenschau all der Einzelideen, Projekte und Stände aber hatte sich eine Melange herauszubilden: Der Ilmkreis muss sich nicht verstecken mit seinen Ideenreichtum zum Motto Vielfalt tut gut. ILMENAU (ht).
 
Zunächst ist eine Wiederentdeckung zu vermelden: Nach den vielen Festen tief im Herzen der Stadt vor dem Rathaus, vor der Jakobuskirche oder vor der Alten Försterei war diesmal das Areal hinter der Ilmenauer Festhalle von den Organisatoren ausgesucht worden. Auch manch alteingesessener Ilmenauer mochte überrascht gewesen sein, wie anmutig und einladend der Platz doch sein kann. Und in dieser Gruppe an der Spitze war wohl ein Hochzeitspärchen, das sich bei den ersten Planungen womöglich in intimer Abseitigkeit für schöne Fotos wähnte. Platz hatte am Samstag der Park auch hierfür, doch rundum gingen Ponykarawanen auf und ab, wurden Teller vor einem Zirkuszelt jongliert, Eimer für unermüdlich Wasserleitungsrinnen bugsiert oder Netze und Banden eines mobilen Bolzplatzes mit Inbrunst von einem Dutzend Halbwüchsiger traktiert.
 
Vor der Bühne hatten sich zum Beginn des Festes viele Menschen postiert, die das neuere Philantropendeutsch als Akteure kennzeichnet. Mäzene hätte auch gestimmt, denn Schirmherr Landrat Benno Kaufhold sah viele in der Runde, die das kreisliche Engagement mit tragen helfen. Erich Rindermann und Jens Jödicke vom Jugendamt, Fred Klemm vom Jugendhilfeausschuss, Eckhard Bauerschmidt und Petra Enders von den Linken, Frank Juffa von den Sozialdemokraten, die Bürgerbewegten Hannelore Nastoll und Helmut Krause ( dass sie oft nicht nur als politische Gäste da standen sondern als Mitstreiter einzelner Projekte, verdeutlicht die Einheit von Rede und Tat. Infostand an Infostand reihte sich zum Lokalen Aktionsplan Ilmkreis und zu den Projekten am Goethe-Gymnasium, beim VSS e.V, beim Arbeit & Leben Thüringen, der Sportjugend, der evangelischen Kirchgemeinde Großbreitenbach, dem Regenbogen e.V., dem Schülerfreizeitzentrum und dem Kreisjugendring.
Und natürlich war auch die Universität mit dem StuRa- und dem Iswi-Stand präsent. Auch Workshops gab es reihenweise: Der Marienstift Arnstadt lud zum Trommeln, das Jugendhaus Schatoh zum Sprayen, Alerta-Verein und Arbeits &Leben zum Button-Eigenbau, die Geschwister-Scholl-Regelschüler zum Kinderschminken, die Kreativwerkstatt zum Holzschiffbau, Sabine Vana zum orientalischen Tanz.
 
Wer sich an allem den satt erlebt hatte, dem bot auch die Bühne Abwechslung. Da flog die Kindervilla Stadtilm quer durch Europa, sang die Erfurter Liedermacherband Kalter Kaffee, zeigten die Arnstädter Marienstiftler ihre Hip-Hop-Texte Rap aus A-Town, präsentierten die
Funky athletics ihren BreakDance und der Regenbogen-Verein sein Jugendtheaterstück Ich bin anders – warum? Bis in den Abend hinein gab es Live-Musik mit Sam Jessin und The Awesome Soundsystem aus Weimar.
Und tatsächlich: Vielfalt tut gut!
 
 
 
 
 KONZENTRATION: Außer Schminke gab es im Stadtpark auch Wasser so zu verteilen, dass es einen langen Weg hatte. Vielfalt eben. TA-Foto: I. HERZOG
 
TA-Foto: I. Herzog