Bundesprogramm für Demokratie, Toleranz und gegen Rechtextremismus

(Thüringer Allgemeine 7. November 2007)


Zahlreiche Projekte im Ilmkreis

Seit ab_1.jpgdem 1. September ist Anja Blaschke Ansprechpartnerin für das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie − gegen Rechtsextremismus, Fremden-feindlichkeit und Antisemitismus“.

Text & Bild von Joachim KRECKOW

 

ARNSTADT. Der Ilmkreis hatte sich im Rahmen dieses Bundesprogramms beworben und einen Zuwendungsbescheid über 100 000 Euro erhalten. Über die Bewilligung der einzelnen Projekte hat am 10. Oktober der Begleitausschuss entschieden. Viel Arbeit für die engagierte junge Diplom-Sozialpädagogin, die ausführlich ein buntgefächertes Programm von Projekten unterbreitet. Nachdem die Ausschreibungen in der Presse veröffentlicht wurden, hat sich zum Beispiel der „Förderverein Klosterkirche Ichtershausen“ beworben und einen Zuschlag erhalten. Dieser Verein führt soziale Trainingskurse als Präventionsangebote für Jugendliche aus dem Ilmkreis ab dem
1. November in der Justizvollzugsanstalt Ichtershausen durch.
Desweiteren wurden zwei Großprojekte an Schulen ausgeschrieben − jeweils eines für
den nördlichen und südlichen Ilmkreis − wovon vorerst allerdings nur Letzterer profitieren
kann. Die Wahl fiel auf ein Schulprojekt mit dem Träger „Verein für Sport und erlebnisorientierte und integrative Sozialarbeit Ilmenau“. Für den nördlichen Ilmkreis wird im November eine neue Ausschreibung erfolgen. Ebenso wird ein Bildungsträger gesucht
für „Themenbezogene Multiplikatoren-Schulung“, eine Veranstaltung für Lehrer, Kommunalpolitiker, Schüler, Eltern und interessierte Bürger mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus. Nach den Worten von Anja Blaschke sind alle drei offenen Projekte unter dem Titel „Jugend im Ilmkreis aktiviert sich“ − deren Arbeit ebenfalls im November
beginnt − positiv beschieden worden. Dazu gehören der „Regenbogen e. V. Ilmenau“,
der mit dem Vorhaben „Zeichen setzen“ Theaterprojekte in Zusammenarbeit mit der Kreativschule und Jugendgruppen teilweise mit öffentlichen Proben und Aufführungen
plant. Als zweites Projekt will der Jugendclub des Marienstifts Arnstadt ein Hörbuch mit dem Titel „Schatten überm Christopherus“ nach Tatsachenberichten von der in Arnstadt zur Nazizeit lebenden Jüdin Margot Webb mit professioneller Hilfe erstellen.

Es ist vorgesehen, dass Schulen diese CD als Arbeitsmittel zusammen mit einem MP3-Player als Arbeitsmittel für den Geschichtsunterricht ausleihen können.
Unter dem Titel „Lebendig − kräftig − schärfer“ hat sich die evangelisch-lutherische Superintendentur Arnstadt beworben und will unter dem Namen „Lass es trommeln“ eine Samba-Trommel-Gruppe ins Leben rufen. Zum anderen wird unter dem Titel „Zeig es allen“ eine Ausstellung mit Texten und Bildern von Jugendlichen gezeigt, die Gewalt und Diskriminierung erlebt haben.
Das dritte Modul „Geschmackvoll anders“ lädt Kinder, Jugendliche und Familien
verschiedener Kulturen ein, gemeinsam zu kochen und zu musizieren. Unter anderem
können auch ausländische Studenten aus Ilmenau daran teilnehmen.
Darüber hinaus gibt es den sogenannten „Kleinprojekte-Topf“, aus welchem rund 15 Bewerbungen, vor allem von vielen Schulfördervereinen, vorlagen.
Dies betrifft soziale Trainingskurse für Eltern, interkulturelle Fußballturniere und kulturelle
Schulprojekte. Auch ein „interkultureller Garten“ soll auf einer Brachfläche in Ilmenau entstehen und so für viele Ausländer Begegnungen mit deutschen Mitbürgern ermöglichen.
Wie Frau Blaschke dieser Zeitung mitteilte, können sich Interessenten für die vorgenannten Kleinprojekte − die bis zu 1300 Euro gefördert werden − noch bis Ende Januar 2008 an ihre Koordinierungsstelle im Verwaltungsgebäude des Marienstifts
wenden.
Interessenten melden sich bitte montags bzw. dienstags unter Tel. 03628/ 720 225 und mittwochs bzw. donnerstags unter Tel. 03677/200 201.