Vielfalt bewegt Wissen – Musik statt Gewalt

Kreisjugendring Ilm- Kreis

Am großen Teich 2
98693 Ilmenau
Projektzeitraum:    01.05. – 31.12.2008
Ansprechpartnerin: Katrin Fischer
+49 3677/ 78 28 63 oder +49 176 / 23 17 27 98
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Ziele und Inhalt:
Dieses Projekt wurde in drei Grundschulen des Ilm-Kreises durchgeführt.
Es handelte sich hierbei um eine von der „Kinderliedbühne“ M-V ® entwickelte, musikalische Bildungsgroßveranstaltungen mit Schwerpunkt auf Antigewalt-erziehung, sowie Demokratie- und Toleranzförderung. Alle SchülerInnen einer Grundschule wurden jeweils zu einem Programm der Berufskünstler im Rahmen einer Schulstunde geladen, über dessen Inhalt sie bereits im Vorfeld durch zugesandtes Arbeitsmaterial von ihren Lehrkräften informiert wurden.
Das Besondere dieser Aktionen bestand in der Integration aller TeilnehmerInnen und deren ständiger Animation zur aktiven Mitwirkung. Alle anwesenden Kinder waren permanent gefordert, mitzudenken, Partei zu ergreifen, auf Fragen zu antworten, Meinungen zu äußern und Stellungen zu beziehen. Durch viel Bewegung zu den die Thematik unterstützenden Liedern, wurde dem besonders in diesem Alter wichtigen pädagogischen Prinzip des Wechsels von Spannung und Entspannung Rechnung getragen.
Es ging in erster Linie um Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung aller TeilnehmerInnen im Zusammenhang mit der Förderung des Gefühls und des Verständnisses füreinander. Besonders bei den im Programm stattfindenden Wissensrunden waren zudem Einzelleistungen gefragt, die eindeutige Positionen von den jeweiligen Mitspielern forderten. Sowohl die gemeinsame Suche nach Problemlösungen, als auch die von den Berufskünstlern choreografisch geführte Bewegung aller Kinder zur Musik, förderten besonders den altersübergreifenden Zusammenhalt der SchülerInnen einer gesamten Grundschule und wirkten so erfolgreich Ausgrenzungen Einzelner entgegen.

„Wie barrierefrei ist Arnstadt wirklich?“

Selbstbestimmt Leben e.V.
Marktstraße 20
99310 Arnstadt
 

Projektzeitraum:   15.10.2008 – 31.12.2008

Ansprechpartnerin:   Helga Liebhäuser
                                 +49 3628 / 9 29 19
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Ziel und Inhalt:

Ziel war es, die Teilhabeleistung, welche im Neunten Gesetzbuch (SGB IX) gewährleistet wird, zur Durchsetzung zu bringen.

Mit einer Fotodokumentation sollte die leider immer noch vorhandene Ausgrenzung und Diskriminierung gegenüber behinderten Menschen im öffentlichen Bereich  transparent gemacht werden, um so die Probleme in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Fotodokumentation sollte nicht nur negative, sondern auch positive Beispiele aufzeigen und Lösungen dokumentieren.

Eine Arbeitsgruppe von 5 – 7 Betroffenen mit verschiedenen Beeinträchtigungen, begingen
und/ oder befuhren gemeinsam mit einem Fotografen und 3 bis 4 SchülerInnen im Alter von 12  bis 16 Jahren, Arnstadt zu Fuß und im Rollstuhl 2x im Monat, um im Anschluss daran eine Fotodokumentation zu erstellen.

Wichtig war hierbei, die Arbeitsgruppe aus Menschen mit verschiedenen  Behinderungen zusammenzustellen. Begleitet wurde die Arbeitsgruppe nicht nur von SchülerInnen der Regelschule, sondern auch von Kindern mit Behinderungen.

Darüber hinaus sollte mit diesem Projekt angestrebt werden, die gesetzlichen Vorschriften, wie z.B. § 53 der Thüringer Bauordnung zur Überarbeitung  und schon bestehende Gesetze auf die gelebte Praxis zu prüfen und eine Nachhaltigkeit zu erzielen.

Mit den teilnehmenden SchülerInnen wurden Gespräche über Demokratieverständnis unter den Menschen geführt, ganz gleich welcher Kultur, Religion oder Nationalität sie angehören.  Weiterhin wurden auch mit den Kindern des Integrativen Kindergarten „Käferland“, die in Kooperation  mit unserem Verein an dem Projekt „Weltentdecker“ arbeiteten, gemeinsame Nachmittage zum Kennenlernen  und spielerischem Austausch organisiert.

FREUNDE GEWORDEN – Thüringer Allgemeine vom 22.12.2008

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FREUNDE GEWORDEN: Vor der Vorstellung des Hörbuches traf man sich mit Margott Webb, im Anschluss gab es ein noch buntes Programm.
 
Befreiende Wahrheit Hörspiel „Schatten überm Christopherus“ feierte im Theater Premiere / Lehrmittel für Thüringer Schulen Als am Samstag die Premiere des Hörspiels „Schatten überm Christopherus“ unter viel Beifall im Arnstädter Theater erfolgreich ihren Abschluss fand, ging auch eine aufwühlende Zeit für alle Mitwirkenden zu Ende. Von Kerstin FISCHER
 
ARNSTADT. Die größte Aufregung war verflogen, die Aufnahmen im Kasten. Jetzt galt es für die Organisatoren nur noch, die offizielle Vorstellung des Hörspiels vor einem breiten Publikum zu absolvieren. Sechs Monate lang hatten fünfzig Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer die Erlebnisse eines jüdischen Mädchens in Arnstadt vom Herbst 1938 bis zum Frühjahr 1939 vertont und sich damit dem wohl düstersten Kapitel der deutschen Geschichte gewidmet. Grundlage für das Hörspiel war das Buch „Schatten überm Christophorus“ von Margot Webb, das 1992 unter dem Originaltitel „Shadows at Noon“ erschien. Darin verarbeitet die Autorin ihre Eindrücke als Zehnjährige während der Zeit des Nationalsozialismus, berichtet etwa, wie Mirjam erfährt, dass Großvater und Onkel ins KZ gesteckt worden waren oder wie plötzlich Schilder ’Zutritt für Juden verboten’ an vielen Läden hingen. Aber auch von Freunden, die ihnen in schwerer Zeit eine große Hilfe waren. Aufgrund der politischen Entwicklungen musste die Familie ins Ausland emigrieren, und als der Krieg zu Ende war, hatte das Mädchen viele seiner Angehörigen verloren. − Sichtlich bewegt nahm Margot Webb die Vertonung ihres Buches auf. Um bei der Premiere dabei zu sein, hatte die in Los Angeles lebende 81-Jährige die Strapazen der weiten Reise auf sich genommen. Sie habe „diese Geschichte erzählen müssen“, heißt es im Intro zum Hörspiel, das von Margot Webb selbst gesprochen wird und mit den Worten endet: „’Arbeit macht frei’“ stand am Tor zum KZ Buchenwald. Das Richtige ist, Wahrheit macht frei“. In seinem Grußwort dankte Kirchenrat Jürgen Friedrich am Schluss allen Beteiligten. Das großartige Projekt sei ein würdiger Beitrag im 70. Jahr des Gedenkens an die Judenpogrome, erklärte er, mahnte jedoch zugleich zur Wachsamkeit. „Die Wahlen im nächsten Jahr werden eine Bewährungsprobe für die Demokratie“, schlug er den Bogen zur Gegenwart: „Es wird nicht gelingen, Menschen zu verführen, wenn wir den Gedanken an den Holocaust am Leben halten.“ Auch Landrat Benno Kaufhold und Bürgermeister Hans-Christian Köllmer sprachen ihre Anerkennung aus. Unterstützt mit Fördermitteln des Bundesprogrammes „Vielfalt tut gut“ entstand unter der Leitung von Cornelia Steger und des Offenen Kinder- und Jugendtreffs des Marienstifts eine gut zweistündige Hörspielproduktion. Pünktlich zur Premiere hielt die Projektleiterin gestern den ersten Tonträger in der Hand, der am Vormittag mit der Post gekommen war. Das Hörspiel soll künftig allen Thüringer Schulen als Lehrmittel zur Verfügung stehen. Und da die Welt nicht mehr grau ist, schloss der Nachmittag mit einem bunten Programm aus Trommelrhythmen und internationalen Tänzen. Mädchen und Jungen in farbenfrohen Kostümen vertrieben die düstere Stimmung, tanzten und trommelten wieder Fröhlichkeit herbei und setzten damit Zeichen der Hoffnung und Lebensfreude. 
 
   
 
 
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HAUPTPERSON: Margot Webb im Gespräch mit Henriette Lindner und Heiner Georgi.