SCHULPROJEKT „INSTANT ACTS“

Kreisjugendring Ilm- Kreis e.V.
Am großen Teich 2
98693 Ilmenau
 
Projektzeitraum:        01.01. – 31.12.2009

Ansprechpartnerin:    Katrin Fischer
                                  +49 3677 / 78 28 63 oder +49 176 / 23 17 27 98
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Ziele und Inhalt:

Instant Acts – Gegen Gewalt und Rassismus“ ist ein internationaler Jugendkulturprojekttag, der in zwei Regelschulen des Ilm- Kreises unter aktiver Beteiligung von ca. 300 SchülerInnen sowie weiteren Zuschauern durchgeführt wurde.

Das junge Ensemble besteht aus 14 internationalen Workshopleitern aus Australien, Armenien, Brasilien, Burkino Faso, Deutschland, Libanon, Polen, Rumänien und Tschechien. Die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren lernen mit konkreten Bildungsangeboten (Liedermaching, Hip-Hop Dance, Afrikanischer Tanz, Beat Boxing, Capoeira, Akrobatik, Trommeln, Pantomime etc.) eine fremde Kultur durch die Workshopleiter auch ohne gemeinsame Sprache kennen. Das hilft gegenseitige Achtung und Respekt vor „Anderasartigen“ aufzubauen. Damit kann eine größere Akzeptanz und Respekt vor Ausländern und ethnischen Minderheiten, sowie vor körperlich Schwächeren und Behinderten erreicht werden. Das Projekt traf die Sprache der Jugend, überzeugte durch die Vielfalt der Angebote, das Temperament und Professionalität sowie Unkompliziertheit der Künstler im Umgang mit den Jugendlichen während der Workshops  und bei der Aufführung.

Bildungsfahrt nach Auschwitz-Oswiecim

Förderkreis Regelschule „Geschwister Scholl“ Ilmenau e.V.
Bergrat- Mahr Str. 1
98693 Ilmenau
Projektzeitraum:         01.10. – 31.12.2009

Ansprechpartnerin:    Anja Blaschke
                                  +49 3677 / 88 20 11
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Ziele und Inhalt:

SchülerInnen der Regelschule „Geschwister Scholl“, des Goethegymnasium Ilmenau sowie Jugendliche des Jugendhauses „Schatoh“ nahmen gemeinsam vom 06.11.2009 bis
08.11.2009 an einer Bildungsfahrt nach Auschwitz/ Oswiecim teil.

Das Gebiet des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz in Oswiecim- Brzezinka ist der
bekannteste Ort der Welt, der von menschlichem Leid und Vernichtung gekennzeichnet ist. Dieses Lager wurde zum Symbol des Holocaust, Völkermord und Teror, zum Symbol des Bruchs mit allen grundlegenden Menschenrechten. Es ist ein schreckliches Beispiel dafür, wozu Rassismus, Antisemitismus, Xenophobie und Intoleranz führen können.

Die an der Bildungsfahrt teilgenommenen SchülerInnen und Jugendlichen wurden in erster
Linie durch den Geschichtsunterricht und Projektarbeiten mit der Thematik vertraut. Darüber hinaus fanden vorbereitend sowohl in den zwei Schulen, als auch im Jugendhaus Gesprächsrunden zwischen PädagogInnen, SozialarbeiterInnen und den SchülerInnen bzw. Jugendlichen statt. Drei SchülerInnen setzten sich im Rahmen ihrer Seminarfacharbeit mit der Thematik “ Erinnern an damals – Verständnis für heute“ auseinander und wollten durch die Teilnahme an dieser Fahrt ihr Wissen vertiefen sowie als MultiplikatorInnen tätig werden. Während des Aufenthaltes in der Jugendbildungsstätte Auschwitz-Oswiecim fanden am Abend Reflektions- bzw. Gesprächsrunden statt.

Arnstädter wehren sich mit pfiffigen Ideen gegen Rechts – Freies Wort vom 16.11.2009

Arnstädter wehren sich mit pfiffigen Ideen gegen Rechts

AG Demokratie lässt Alteburg-Denkmal über Nacht mit Brettern vernageln. Vom Himmel regnet es Flugblätter.

Arnstadt – ,,Wir können die Rechtsextremisten in Arnstadt weniger gebrauchen als die Schweinezuchtanlage in Alkersleben.“ Klare Worte aus dem Mund Ulrich Böttchers, dem ersten Beigeordneten der Stadt Arnstadt. Er gehörte Samstagnachmittag zu den rund 250 Teilnehmern einer Protestveranstaltung der ,,Arbeitsgemeinschaft Demokratie braucht Zivilcourage“ auf dem Holzmarkt.

Zivilcourage der Arnstädter

Der Ilmkreis hat sich zu einem Aufmarschgebiet der Rechten entwickelt. In Kirchheim finden sie Unterschlupf in einem privaten Gasthof, die Behörden sind hierzulande im Umgang mit ihnen recht konservativ. Dieser Meinung sind Uwe Schubert und Stefan Heerdegen von MOBIT, der mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus. Was sie Freitagabend im Theatercafé dem dicht gedrängten Publikum erklärten, regt zum Nachdenken an, fordert Zivilcourage von jedem einzelnen – nicht nur in Arnstadt.

Und Zivilcourage zeigten die Arnstädter: Auf dem Holzmarkt versammelte sich die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft der Stadt, die Teil eines noch zu gründeten Bündnisses gegen Rechts ist. Unter den Anwesenden Landrat Benno Kaufhold (CDU), Superintendentin Angelika Greim-Harland, Reinhard Schramm von der Jüdischen Gemeinde und zahlreiche Abgeordnete.

Flugblätter regnete es über dem Hauptbahnhof aus einer gelben Sportmaschine. Dort hatten sich gegen 16 Uhr die Rechten versammelt, um ursprünglich zum Alteburg-Denkmal zu ziehen. Doch dieses Ziel hatten couragierte Arnstädter kurzerhand mit Brettern vernageln lassen. Die Neonazis schwenkten im letzten Moment um, erklärten das Denkmal für die „Opfer kommunistischer Gewalt von 1945 bis 1989“ in der Rosenstraße zum Ort ihrer Versammlung.

Zahlreiche Aktionen hatte auch das antifaschistische Aktionsbündnis in petto. Ihr Kundgebungsort auf dem Unteren Markt verwaiste zeitweilig, da die vorwiegend jungen Leute entlang der Strecke den Zug der Rechten stören wollten. 45 von ihnen wurden im Bereich Lessingstraße/Baumannstraße in Gewahrsam genommen. Später besetzten sie
das Denkmal, zogen sich ob des übermächtigen Polizeiaufgebots nach Platzverweis friedlich zurück. Gegen insgesamt 62 Personen dieser Störgruppen und mehrere Rechte wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie Klaus König von der Polizeiinspektion gestern mitteilte.

Dass die Rechtsextremisten am Denkmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft einen Kranz niederlegten, dürfte einmalig sein. „Geschichtsklitterung ist da ein mildes Wort“, sagte ein Teilnehmer des Friedensgebets in der Himmelfahrtskirche. Auch, warum der Kranz zur Ehrung der Opfer wieder mitgenommen wurde, mag ein Geheimnis der Rechten bleiben. vp


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Angelika Greim-Harland und Gerhard Pein (l.) sprachen auf dem Holzmarkt. 80 großformatige Plakate verkündeten in der Stadt umnissverständlich: Rechte sind hier nicht willkommen Foto: bf